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Küchenhygiene

Worauf muss ich achten?

Wer nicht auf die richtige Hygiene in seiner Küche achtet, riskiert die Verbreitung krankmachender Keime. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erkranken jährlich über 100.000 Menschen in Deutschland durch Keime in Lebensmitteln – mit hoher Dunkelziffer. Viele dieser Infektionen lassen sich mit einfachen Hygieneregeln vermeiden.

Woher kommen die Keime? 

Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Parasiten gelangen meist über:

  • Rohe Lebensmittel (Fleisch, Fisch, Eier, Obst, Gemüse, Kräuter)
  • Menschen selbst (z. B. ungewaschene Hände, schmutzige Kleidung, offenen Wunden, Infektionen)
  • Haustiere oder Insekten

in die Küche. Kleinkinder, Schwangere, Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder ältere Personen sind besonders gefährdet.

Einfache Hygieneregeln – so schützt du dich beim Kochen:

  • Hände waschen: Vor dem Kochen und nach Kontakt mit rohen Lebensmitteln oder Müll gründlich mit Seife waschen.
  • Schneidebretter getrennt verwenden: Nutze getrennte Brettchen für Fleisch, Fisch und Gemüse. Kunststoffbretter lassen sich gut bei 60 °C in der Spülmaschine reinigen. Tausche das Brettchen bei Schnittkanten direkt aus – hier setzen sich schnell Keime fest.
  • Arbeitsflächen regelmäßig säubern: Küchenoberflächen, Kühlschranktüren, Schubladengriffe und das Spülbecken sind Keim-Hotspots. Nach jedem Kochvorgang gründlich mit einem sauberen Tuch und Reinigungsmittel säubern.

Reinigungsutensilien

Spülschwämme:

nehmen große Mengen Wasser auf und bleiben im Inneren oft lange feucht. Dadurch entstehen ideale Bedingungen für die Vermehrung von Keimen. Schwämme sollten daher besonders häufig gereinigt werden, zum Beispiel durch Mitreinigen im Spülmaschinenprogramm, und in sehr kurzen Abständen konsequent ausgetauscht werden. Selbst bei regelmäßiger Reinigung lässt sich eine dauerhafte Keimbelastung nicht vollständig vermeiden, weshalb Spülschwämme aus hygienischer Sicht nur eingeschränkt empfehlenswert sind.

Spülbürsten:

sind hygienisch deutlich vorteilhafter als Schwämme, da Wasser zwischen den Borsten schneller ablaufen kann und sie zwischen den Anwendungen zügig trocknen. Dadurch bieten sie Bakterien schlechtere Lebensbedingungen. Wichtig ist, Spülbürsten nach jeder Nutzung so zu platzieren, dass sie vollständig trocknen können. Trotz der besseren Trocknungseigenschaften müssen auch Spülbürsten regelmäßig gereinigt und in festen Abständen ersetzt werden, da sich mit der Zeit Keime und Materialverschleiß nicht vermeiden lassen

Putzlappen:

nehmen Schmutz, Fett und Feuchtigkeit auf und stellen damit ein hohes hygienisches Risiko dar. Auch sie müssen mindestens einmal pro Woche gewechselt und bei mindestens 60 °C gewaschen werden. Für eine vollständige Reinigung ist Vollwaschmittel zwingend erforderlich. Stark verschmutzte oder dauerhaft riechende Lappen sollten unabhängig vom Waschintervall sofort ersetzt werden

Tipps für einen sicheren Umgang mit Lebensmitteln:

  • Einkaufen: Unterbreche die Kühlkette nicht. Ein Einkaufskorb mit Kühltasche eignet sich dabei besonders gut. Zuhause sollten die Lebensmittel direkt im Kühlschrank oder dem Tiefkühlfach verstaut werden.
  • Auftauen: Fleisch und Fisch sollten idealerweise langsam im Kühlschrank aufgetaut werden, da so das Risiko der Keimvermehrung begrenzt wird. Ein Abspülen nach dem Auftauen ist nicht empfehlenswert, da sich dadurch Keime leichter in der Küche verbreiten können. Das beim Auftauen entstehende Tauwasser sollte sorgfältig entsorgt werden. Obst und Gemüse müssen vor der Zubereitung nicht zwingend vollständig aufgetaut sein, jedoch ist beim Kochen auf eine ausreichende Erhitzung zu achten. Generell gilt: Aufgetaute Lebensmittel sollten noch am selben Tag verzehrt und keinesfalls erneut eingefroren werden.
  • Zubereiten: Lebensmittel vollständig und bei entsprechender Temperatur durchgaren. Beim Erhitzen in der Mikrowelle regelmäßig umrühren.
  • Abkühlen: Der Temperaturbereich zwischen +65°C und +10°C gilt als besonders kritisch. Speisen sollten idealerweise innerhalb von zwei Stunden durch diesen Temperaturbereich hindurch abkühlen. Dies gelingt z. B. durch Umfüllen in ein kaltes, sauberes Gefäß und häufiges Umr.
  • Aufbewahren: Sauerstoff beschleunigt das mikrobielle Wachstum und führt so zu einem schnelleren Lebensmittelverderb. Daher sollten Lebensmittel möglichst luftdicht verschlossen und im Kühlschrank gelagert werden – so wird das Keimwachstum deutlich verlangsamt.

 

Achtung: Auch pflanzliche Lebensmittel können ein Risiko darstellen. Obst, Gemüse und insbesondere Sprossen können mit Krankheitserregern belastet sein – zum Beispiel durch Kontakt mit Erde, verunreinigtem Wasser oder unsaubere Verarbeitung. Besonders Produkte, die roh verzehrt werden, bringen ein erhöhtes Risikomit sich. Daher gilt:

  • Vor dem Verzehr gründlich waschen, um Schmutz und mögliche Keime zu entfernen.
  • Nach dem Schneiden sollten die Lebensmittel möglichst zeitnah verzehrt oder luftdicht im Kühlschrank aufbewahrt werden.
  • Schnittflächen (z. B. bei Gurken, Äpfeln oder Salatköpfen) gelten als idealer Nährboden für Mikroorganismen.

Wenn angeschnittenes Obst oder Gemüse längere Zeit im Kühlschrank lagert, ist es ratsam, die oberste Scheibe an der Schnittkante vor dem Verzehr zu entfernen – nicht nur aus optischen Gründen, sondern auch zur Reduktion von Keimen.

Fazit: Sauberkeit schützt dich und deine Gesundheit

Wer auf gute Küchenhygiene achtet, schützt sich und seine Familie effektiv vor unangenehmen und teils gefährlichen Lebensmittelinfektionen. Ein bewusster und sauberer Umgang mit Lebensmitteln ist wichtig.

 

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